DX Kultur & Wirksamkeit

Die digitale Transformation hat eine Verschiebung von gekannten Strukturen sowie eine entsprechende Beschleunigung von Prozessen zur Folge. Um mit diesen Entwicklungen Schritt halten zu können, erfordert es besondere Kompetenzen. Unternehmen und Hochschulen haben hierbei die Aufgabe, diese Kompetenzen zu entwickeln und weiterzutragen sowie Strukturen und Prozesse in Richtung einer ‚Digitalen Kultur‘ aufzubauen.

Eine solche Kultur kann sich aus einem gemeinsamen Handeln im Bereich der digitalen Transformation speisen und damit zu einer (Weiter)Entwicklung des kulturpolitischen Diskurses über die Wirksamkeit und Messbarkeit von Digitalisierung führen. Digitale Kultur kann dort entstehen, wo gemeinsam strategisch geplant wird und wo aus dieser Planung Projekte und Prozesse erhalten bleiben, die sich bewährt haben, damit auch andere Akteur*innen einen zukünftigen Nutzen daraus ziehen können. Wirksamkeit und Messbarkeit spielen für den Aufbau und den Erhalt einer digitalen Kultur eine ganz wesentliche Rolle.

 

Wirksamkeit von Digitalisierungsvorhaben messen

Neben einer klaren Digitalisierungsstrategie, den neuen Leistungsvereinbarungen und den abgebildeten Ergebnissen in den Wissensbilanzen der jeweiligen Hochschulen, gewinnen Themen wie Wirkungsanalyse und Impactanalyse verstärkt an Bedeutung. Diese Tools ermöglichen die Messung, Darstellung und Analyse von Wirkungen und adäquate Erfolgseinschätzung im Sinne der Mission. Dies ist auch ein wichtiger Hebel, die Missionen Forschung und Lehre mit der Third Mission der Hochschule zu verbinden.

Ein Beispiel hierfür liefern Christian Grünhaus und Olivia Rauscher der Wirtschaftsuniversität Wien. Sie bringen diese Verknüpfung in einem Kurzvieo auf den Punkt und stellen ein gutes Instrument zur Erarbeitung eines Modells zur Verfügung:

Die Wirkungsanalyse erklärt von Christian Grünhaus & Olivia Rauscher

Christian Grünhaus, Olivia Rauscher Impact und Wirkungsanalyse in Nonprofit Organisationen, Unternehmen und Organisationen mit gesellschaftlichem Mehrwert

Eine weitere Fragestellung für Entscheidungsträger*innen stellt sich im Reifegrad der Digitalisierung und wie dieser gemessen werden kann. Einen bedeutenden Startschuss für viele Reifegrade der Digitalisierung stellt das Innovationsmanagement dar. Dieses umfasst den gesamten Prozess von der Idee bis hin zur Etablierung von Vorhaben und Initiativen in Richtung einer digitalen Kultur. Die Entwicklung von Veränderungskompetenzen als Personalentwicklungsmaßnahme ist ein wichtiger Schlüssel dazu. Die nachfolgende Grafik stellt dies ansprechend dar:

Ein anderes Beispiel auf der strategischen Managementebene ist das partizipative Innovationsmodell MARKETPLACE. Im Rahmen dieses praxisorientierten Forschungsprojekts des ISDS an der TU Graz wurden unterstützende Strukturformate wie ein Dartboardsystem und ein University Canavas entwickelt, um Innovationen und Strategie messbar zu verknüpfen.

Nachhaltigkeit und Corporate Digital Responsibility

Neben der Frage der Wirksamkeit ist die kritische Betrachtung der Nachhaltigkeit von Digitalisierungsoffensiven im Sinne der UN Sustainability Goals (SDG) in den Hochschulalltag eingekehrt. Der Begriff Corporate Digital Responsibility (CDR) findet sich vermehrt auch in Digitalisierungsstrategien wieder. Corporate Digital Responsibility (CDR) bezieht sich auf die Unternehmensverantwortung in der digitalen Gesellschaft und kann als „Unternehmerische Digitalverantwortung“ übersetzt werden.

Der Begriff bedeutet freiwillige Selbstverpflichtung zum nachhaltigen Wirtschaften, welches die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen durch die Digitalisierung mit berücksichtigt.

Für weitere Information zu allen hier genannten Themen stellen wir Ihnen Links zur Vertiefung zur Verfügung. Erweiterungen dieser werden im laufenden Newsletter bekannt gegeben oder in praxisorientierten Netzwerkveranstaltungen des DUH ausgetauscht.