Projekte mit (digitalen) Zukunftskompetenzen

Vom Modell in die Praxis

Die digitalen Skills für die Arbeitswelt von morgen werden einem nicht in die Wiege gelegt. Damit es dann nicht zu spät ist, braucht es schon heute Wege, um den zukünftigen Gestalter*innen das nötige Werkzeug in die Hände zu geben und Brücken zwischen Theorie und Praxis zu schlagen. Die folgenden beiden Projekte fungieren bereits jetzt als Brückenbauer.

TRANSFORM - Vom Reden ins Tun

Für die Johannes-Kepler-Universität Linz, die Universität für angewandte Kunst Wien und die Universität für Weiterbildung Krems war klar: Nur wer über den Tellerrand hinausblicken kann, ist für die Zukunft gerüstet. Leitsatz: Reale Probleme folgen keiner Disziplin. Die Potenziale von inter- und transdisziplinären Arbeitsweisen in Forschung und Lehre und der Erwerb dafür notwendiger (Digital) Future Skills waren daher Gegenstand des Projekts.

Als theoretischer Hintergrund für die einzelnen Projekte diente unter anderem die Definition von Future Skills laut Ulf-Daniel Ehlers (Buchtipp! Future Skills. Lernen der Zukunft – Hochschule der Zukunft). Für eine gemeinsame inhaltliche Annäherung an Digital Future Skills, Transdisziplinarität und innovativer Lehre wurden zudem zwei Symposien an den Standorten in Linz und Wien veranstaltet. Aus den gesprochenen Worten entwickelten sich bald prototypische Lehr-, Lern- und Forschungsformate für trans- inter- und crossdisziplinäres Forschen und Lernen. Das Erlernen konkreter Skills von Lernenden und Lehrenden in Form von Learning by Doing standen im Vordergrund. So auch bei der interdisziplinären Lehrveranstaltung AI in Medicine.
Dieser Plan wurde von Expert*innen der Medizinischen und der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät (TNF) der Johannes-Kepler-Universität erstellt. Dafür nutzten sie ein Design, das sich auf die Lernenden konzentriert und nach dem iterativen und flexiblen Successive Approximation Modell entwickelt wurde.

Die Teilnehmenden…

  • wurden für die Potenziale und die Herausforderungen künstlicher Intelligenz in der Medizin und der medizinischen Forschung sensibilisiert und bekamen mögliche Studien- bzw. Forschungsschwerpunkt aufgezeigt.
  • erweiterten ihre Entscheidungskompetenz in Bezug auf den Einsatz von KI in der Medizin
  • erarbeiteten in interdisziplinären Projektgruppen innovative Projektkonzepte zum Thema und konnten dabei unter anderem ihre Schnittstellenkompetenz ausbauen.

Brücken bauen zwischen Theorie und Praxis funktioniert auch über digitale Lernangebote. Eine kreative und innovative Möglichkeit zeigt das Projekt Future Skills Journey des Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft auf.

Future Skills Journey

Bei diesem Projekt des handelt es sich um ein Best Practice des Stifterverbands, das auch für Hochschulen anregend sein könnte. In sogenannten Lernreisen werden Inhalte angelehnt an das Stationenlernen im Schulunterricht in verschiedene digitale Lernstationen verpackt. Die Form der externen Inhalte reicht von Videos, Artikeln, Kursen bis hin zu Quizzen. Diese können zeit- und ortsunabhängig abgerufen, der Fortschritt getrackt werden. Eine Lernreise widmet sich beispielsweise der Data Literacy. Diese wurde unter anderem in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen und der Universität Bamberg erstellt und behandelt Themen wie Datenspeicherung, Datenanalyse, KI, Vertrauenswürdigkeit von Daten und Datenschutz. Die Auswahl der Inhalte für die Lernreisen wurde auf Basis des Future-Skill-Framework getroffen, das der Stifterverband in Zusammenarbeit mit McKinsey und Company erarbeitete.

Ergänzend zum Lernangebot wurde ein Netzwerk für Akteur*innen und Interessierte rund um das Thema Zukunftskompetenzen geschaffen, das sich über Trends und Best Practice - Beispiele austauscht.

Eine Auflistung verschiedener Lernstationen mit Bild, Titel und Zeitaufwand.
Auswahl an Stationen der Lernreise „Data Literacy“

Mehrwert für Hochschulen

Hochschulen haben die Möglichkeit, eigene Lernreisen zu konzipieren und als Teil ihres digitalen Weiterbildungsangebots zu integrieren. Dabei eröffnen sich kreative Gestaltungsmöglichkeiten, die Inhalte unterhaltsam präsentieren und somit die Motivation zur Aneignung von Zukunftskompetenzen steigern. Besonders attraktiv ist die Entwicklung zielgruppenspezifischer Lernreisen, die sich an Forschende, Lehrende und das allgemeine Universitätspersonal richten.

Sie wollen mehr zum Future-Skill-Framework und anderen Modellen wissen?
Wir haben drei wegweisende Digital-Future-Skills-Modelle für Sie in Infografiken zusammengefasst und zum Download bereitgestellt:

Zu den Digital-Future-Skills-Modellen

 

Franziska Pronneg, 27.06.2024