Plattform Vielfalt 

Zur Vielfalt ermutigen!

Unter dem Credo „Zur Vielfalt ermutigen“ hat es sich die Digitalisierungsinitiative Plattform Vielfalt zum Ziel gemacht, eine interaktive Plattform zu entwickeln, die bisherige Beratungs- und Informationsprozesse für künstlerische Studien unterstützt. Das Wesentliche an dem Projekt ist jedoch, ein zielgruppenspezifisches und generationsadäquates Informations- und Kommunikationsangebot anzubieten, das sowohl analoge wie auch digitale Formate verschränkt. 

Fünf Universitäten haben sich hier unter der Leitung der Akademie der bildenden Künste Wien zur Gründung der Online- Plattform, die über künstlerische Studien informiert, zusammengetan. Um solch ein Projekt erfolgreich zu etablieren, steht die Stärkung der interuniversitären Zusammenarbeit sowie die Beteiligung der Zielgruppen bei der Konzeption, Umsetzung und Redaktion der Plattform besonders im Fokus. Im Sinne der Transformation geht es den Projektverantwortlichen hierbei darum, implizite und explizite Hürden für potenzielle Studieninteressent*innen abzubauen und damit vermehrt auch „nicht-traditionellen“ Bewerber*innengruppen den Zugang zu einem künstlerischen Studium zu ermöglichen.

Reale Herausforderungen & virtuelle Chancen

Hürden abbauen – dies galt es nicht nur im Projekt, sondern auch außerhalb des Projektes. So startet Plattform Vielfalt im März 2020 während des ersten Coronalockdowns, was eine intensive Koordination erforderlich machte. Herausforderungen, die sich hier stellten, waren die Planungsunsicherheit sowie die Einschränkungen, die durch die Pandemie an den Schulen und Universitäten herrschten. Dies erschwerte den Zugang zur Zielgruppe und ihre Teilnahme am Projekt erheblich. Des Weiteren galt es, darauf zu achten, dass alle Projektpartner*innen im gemeinsamen Projekt- Boot sitzen bleiben und mit paddeln.

Den herausfordernden Windböen zum Trotz sahen die Projektverantwortlichen auch Chancen auf der Ebene der virtuellen Zusammenarbeit. Diese mündete im Frühjahr 2021 in online Workshops mit den Projektpartner*innen, bei denen die Zielgruppe und die Zielsetzung festgelegt wurden. Überdies wurden Teilprojekte entwickelt, wie beispielsweise ein Klassismus-Workshop und Fokusdiskussionen mit Studierenden.

c plattform vielfalt topographie

 

Das Projekt Plattform Vielfalt zeigt sich gestärkt durch die Erfahrungen, die sie in kürzester Zeit durch virtuelle Zusammenarbeit lernen konnten. Diese Erfahrungen fließen nun in die nächsten Schritte mit ein, die sich auf die exakte Konzeption und Umsetzung der Plattform mithilfe von IT-Unternehmen fokussieren sowie auf die Befüllung der Plattform mit Inhalten, die von, für und mit der Zielgruppe gemeinsam entstehen. Es sind diverse Chat- und Voice- Mail Formate, Video-Tutorials, Peer-Feedbacks und Audioproduktionen geplant, die einen niederschwelligen Zugang anbieten und virtuellen Austausch weiter erleichtern.  Zuzüglich zu all diesen Projektaktivitäten wird es rassismuskritische Weiterbildungen für Mitarbeitende und Studierende geben sowie einen Workshop zum Thema „Barrierefreiheit“.

Partizipativ – Unkonventionell - Kritisch - Divers

Kunst ist immer auch eine elementare Ausdrucksform der Gesellschaft, die sich stetig wandelt. Der Kunstbetrieb lebt von der Vielfalt und Diversität seines Ideenreichtums. Dieser schließt unterschiedliche Perspektiven und Lebenserfahrungen mit ein. Ein barrierefreier und inklusiver Zugang zu einem künstlerischen Studium durch informelle und interaktive Formate sowie durch Verwendung von nicht-akademischer Sprache kann einmal mehr die Grenzen der bisherigen Wahrnehmung und Produktion von Kunst sprengen. Das Projekt Plattform Vielfalt möchte aber nicht nur für Interessierte handeln, sondern vor allem auch mit ihnen. Interaktion auf Augenhöhe ist bei so einem Projekt unverzichtbar, denn darin spiegelt sich der partizipative Gedanke des Projekts wieder. Auch nicht- universitäre Projektpartner*innen wie das Medien Kultur Haus Wels, das Kinderbüro Uni Wien und die Initiative für ein diskriminierungsfreies Bildungswesen sind involviert. Die partizipative Entwicklung und der interuniversitäre Austausch, der im Rahmen des Projektes auf virtuellem Austausch und virtueller Kooperation basiert, garantieren Nachhaltigkeit und wirkt langfristig strukturverändernd.